Montag, 28. August 2017

(Kurz-)Rezension zu "Rush of love" Band 1-3 von Abbi Glines

Autorin: Abbi Glines
Verlag: Piper
Buchreihe: Rosemary Beach
Seitenanzahl: insgesamt 744
Preis: 8,99€ (pro Buch)

Zusammenfassung

Blaire Wynn hat alles verloren - ihre Schwester, ihre Mutter und nun auch noch das Haus der Großmutter. Somit ist sie obdachlos und weiß sich nicht weiter zu helfen als ihren Vater zu kontaktieren, der die Familie schon vor Jahren für eine andere Frau verlassen hat.
Doch als sie schließlich in Florida ankommt, findet sie ihren Vater, der ihr angeboten hat zu ihm zu kommen, nicht vor. Nur ihr Stiefbruder Rush ist anzutreffen und der scheint nicht sonderlich erfreut darüber zu sein sie bei sich im Haus aufnehmen zu müssen. 
Schnell wird aber klar, dass sich Blaire und Rush stark zueinander hingezogen fühlen und aus einem anfänglichem Techtelmechtel wird bald eine ernsthafte Beziehung. Zwar kommt es sehr oft zu Reibereien, Lügen und Missverständnissen, aber jedes mal schaffen es die beiden wieder zueinander zu finden. Blaire's Gefühl wieder Teil einer Familie zu sein - was nicht nur wegen Rush, sondern auch Dank ihrer neu gewonnen Freunde hervorgerufen wird - wird noch dadurch unterstützt, dass sie von Rush ein Kind erwartet. Um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen, stellt ihr Rush schließlich die Frage aller Fragen und schon bald läuten die Hochzeitsglocken.
Nur Rush seine Schwester Nanette und seine Mutter sind von der Verbindung der beiden alles andere als erfreut und vor allem Nan lässt keine Gelegenheit ungenutzt Blaire wissen zu lassen, dass sie unerwünscht ist.

Sonntag, 13. August 2017

Rezension zu "Liebe auf drei Pfoten" von Fiona Blum

Autorin: Fiona Blum
Verlag: Goldmann
Seitenanzahl: 221
Preis: 8,99€
ISBN: 978-3-442-48518-5

Inhalt

Federicas Welt sind die Bücher.
Bis ein Kater sie ins turbulente römische Leben stupst.

Federica lebt in einem kleinen, entlegenen Viertel in Rom - und sie hat es sich in den Kopf gesetzt, die verlassene Bücherei in ihrer Nähe wieder zu neuem Leben zu erwecken. Doch zur Erfüllung ihres Traumes bedarf es erst der Drehungen einiger geheimnisvoller Rädchen, die das Schicksal leise vorantreiben: das große Herz einer verrückten alten Frau, das Vertrauen zweier Kinder in Not und der unbändige Überlebenswille eines kleinen Katers, der dafür sorgt, dass Federica das Leben zu lieben lernt.
(Klappentext "Liebe auf drei Pfoten")

Meine Meinung

Federicas Leben ist ziemlich eintönig. Wenn sie gerade nicht einem ihrer beiden Jobs nachgeht, findet man sie in ihrer kleinen Dachgeschosswohnung, in der sie versucht nicht vor Hitze umzukommen. Als sie jedoch einmal einen Spaziergang durch Rom macht und dabei einen Weg einschlägt, den sie noch nie zuvor gegangen war, stößt sie auf eine rote Tür, welche sofort ihre Aufmerksamkeit auf sich zieht.
Diese Tür gehört zu einer alten Bücherei, die völlig in Vergessenheit geraten ist, und welche Federica jetzt wieder zu neuem Leben erwecken möchte. Zusammen mit ihren Freunden bringt sie den Laden wieder auf Vordermann und mit der Zeit ziehen auch immer mehr neue Bücher ein.
Zunächst sieht es nicht danach aus, als würde sich jemand für die Bücherei interessieren bis eines Tages plötzlich zwei Kinder, ein Junge und ein Mädchen, vor dem Laden auftauchen. Doch so gerne Federica die beiden auch zu sich hinein einladen möchte, die Kinder bleiben immer auf Abstand und verschwinden, sobald sie ihnen zu nahe kommt..
Für Federica ist klar, dass etwas mit den Kindern nicht stimmt und als die beiden doch einmal bei ihr immer Laden sitzen und sich mit ihr unterhalten, zögerlich aber immerhin, versucht sie herauszufinden, was mit den beiden los ist.

Während Fé mit ihrer Bücherei beschäftigt ist, kommt es, dass Flavia Buonacuore, eine verrückte Frau, welche immer mit einem Einkaufswagen durch die Stadt läuft und Streunerkatzen füttert, auf der Straße ein kleines schwarzes Fellbündel findet.
Der kleine Kater ist mehr tot als lebendig, als Flavia Fé über den Weg läuft und sie darum bittet sich um den kleinen zu kümmern.
Es kommt wie es kommen muss und Fé verliebt sich so sehr in den kleinen Bruno, dass sie ihn kurzerhand bei sich aufnimmt. Anfangs wohnt er noch mit ihr zusammen in ihrer Wohnung, später jedoch zieht er um in die Bücherei und 'bewacht' dort die Bücher.. Dort hilft er nicht nur Fé, indem er die 'Einsamkeit' vertreibt, sondern auch den Kindern und deren Mutter, einfach indem er ein Kater und somit etwas besonderes ist..

Die Geschichte wird größtenteils aus der Sicht von Federica erzählt. Zwischendurch gibt es jedoch auch mal Abschnitte oder Kapitel, die aus der Sicht von beispielsweise Flavia oder dem Tierarzt Davide Fontanari geschrieben sind.
Aber nicht nur die menschlichen Charaktere in dem Buch kommen hier zu Wort, auch der kleine Kater Bruno erzählt dem Leser was er gerade fühlt oder wozu er sich entscheidet.

An sich ist das Buch ja nicht besonders dick, mit seinen gerade mal 221 Seiten sollte es also relativ schnell zu lesen sein. Dachte ich. Aber es gab da doch ein paar Faktoren, die mir das Lesen etwas erschwert haben.
Zum einen besteht das Buch aus sehr vielen und sehr ausführlichen Beschreibungen, wodurch die Geschichte - zumindest am Anfang - sehr langatmig ist. Erst ab dem Moment, in dem der Kater Bruno dazu kam wurde es für mich so wirklich interessant.
Dann kommen in dem Buch, wie ich finde, auch kaum Dialoge vor. Dadurch fehlt ein bisschen was an Abwechslung, was die Geschichte mehr in Schwung gebracht hätte.. So wirkt alles doch ein wenig eintönig und 'schwer'..
Und die letzte Sache, die mich doch sehr gestört hat, waren die vielen italienischen Wörter. Ich meine, klar, es ist eine Geschichte, die in Italien, Rom, spielt. Aber da ich kein italienisch kann, weder sprechen noch lesen, fand ich die ganzen Wörter dann doch irgendwie störend. Zumal sich das über das ganze Buch hinweg gezogen hat und ich somit den Namen fast jeder Speise oder Ortsnamen geflissentlich überlesen habe..

Was ich allerdings wieder gut fand, waren die vielen schönen Textstellen, welche ich mir auch gleich im Buch markiert habe. Hier ein paar Beispiele..

"An Schwierigkeiten konnte man sich leicht die Finger verbrennen, aber andererseits spürte man dabei das Leben unmittelbar, so wie wenn man einen Finger auf eine Schlagader legte und fühlen konnte, wie das Blut darunter pochte. Schwierigkeiten zu haben, das war wie der Finger an der Ader, ohne Haut dazwischen;zu fallen, ohne Netz und doppelten Boden; zu sagen, was man dachte, auch wenn es gefährlich war." (Seite 19/20)

"Als sie vor der Tür stand und das Schild las, das darüber hing, schief und von der Sonne ausgebleicht, durchrieselte sie ein zarter Schauer. Es war kein gewöhnlicher Schauer von der Sorte, die einen erfasst, wenn man um eine Ecke biegt und einen ein überraschend kühler Wind entgegenweht, sondern es war einer dieser leisen Hinweise von irgendwoher, die man dann und wann bekam und sehr leicht übersehen konnte. Wenn man jedoch aufmerksam genug war und lauschte, was er zu sagen hatte, dann sorgte der Hinweis dafür, dass man sich erinnerte. An längst vergessene Träume, an Wünsche, von denen man nie geglaubt hatte, dass sie in Erfüllung gehen könnten." (Seite 42/43)

"Es gibt keine Zufälle in der Unendlichkeit, alles, was geschieht, ist Ursache und Wirkung zugleich(...)" (Seite 61)


Fazit

Wenn man erstmal in der Geschichte drin ist, lässt es sich dann auch recht schnell lesen. Zwar sind da immer noch diese kleinen Stolperer, die italienischen Wörter, aber davon mal abgesehen ist der Schreibstil locker und flüssig.
Das Buch ist also auf jeden Fall gut für zwischendurch geeignet.



Freitag, 4. August 2017

Rezension zu "Die Wellington Saga - Verführung" Bd.2 von Nacho Figueras

Autor: Nacho Figueras (mit Jessica Whitman)
Verlag: blanvalet
Buchreihe: Wellington-Saga
Seitenanzahl: 341
Preis: 12,99€
ISBN: 978-3-7341-0373-5

Inhalt

In Wellington liegt der Schlüssel zum Glück ...

Sebastian ist in Wellington als Playboy der Familie Del Campo bekannt. Die Frauenwelt liegt ihm zu Füßen, und regelmäßig stürzt er sich in leidenschaftliche, unverbindliche Affären. Das Ansehen seiner prominenten Familie und die Gefühle anderer sind ihm egal, und er genießt stattdessen sein freies Leben in vollen Zügen. Bis er die faszinierende Regisseurin Katherine kennenlernt, die ihn mit ihrem Temperament auf eine Weise anzieht, die Sebastian bisher nicht kannte ...
(Klappentext "Die Wellington Saga Verführung")

Meine Meinung

Im Gegensatz zu Band 1 lebt die weibliche Protagonistin nicht wie jeder 'normale' Mensch, sondern genießt für einige Zeit das Luxusleben einer erfolgreichen Regisseurin. Doch mit dem Ausbleiben der Jobangebote durch einen Filmflop, kommt auch kein neues Geld in die Tasche und somit muss sich Katherine recht schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholen und einsehen, dass sie mehr als über ihre Verhältnisse gelebt hat.
Als ihr Vater noch dazu im Krankenhaus landet, zögert Kat nicht lange und packt ihre Sachen, um ihre Mutter in Wellington zu unterstützen. Gleichzeitig nutzt sie diese Zeit um nach Anregungen für ein neues Drehbuch zu suchen und wird mit den Tagebüchern von Victoria Del Campo, der Großmutter von Sebastian, schnell fündig.

Sebastian, aufgrund einer Auseinandersetzung in einer Bar mit einem Gipsarm versehen und somit unfähig Polo zu spielen, stellt sich der schönen Kat nur zu gern zur Verfügung, um für sie die auf spanisch geschriebenen Tagebücher der Großmutter zu übersetzen. Dabei kommen sich die beiden immer näher, wobei sich beide nicht eingestehen wollen was sie wirklich füreinander empfinden.
Als Sebastian Kat dann auch noch vorschlägt den Film "Fünfundzwanzig Rosen' zu produzieren, damit Kat auch den Film bekommt, den sie beide sich vorstellen, läuft alles aus dem Ruder. Nicht nur dass die von Sebastian angeheuerte berühmte Schauspielerin Liberty Smith, welche Victoria Del Campo verkörpern soll, ständig mit Sebastian zusammen ist, ihn immer in ihrer Nähe wissen muss, sondern auch dass Liberty eine Diva ist, der man es nie recht machen kann, bereitet Kat Kopfschmerzen..

Die Geschichte wird aus den Perspektiven von Katherine und Sebastian erzählt. Dadurch erfährt man mehr über die Gedanken und das Befinden der jeweiligen Charaktere und man kann sie als Leser viel besser verstehen.

Die Ausarbeitung der einzelnen Charaktere ist auch in diesem Band wieder sehr gut. Angefangen bei Kat, welche durch einen Filmflop kaum noch Jobangebote bekommt und an sich selbst zweifelt, bis hin zu Sebastian, welcher für den Polosport keine allzu große Begeisterung mehr aufbringen kann.
Beide helfen sich hierbei jedoch aus. Kat bekommt durch Sebastian ihre Story für ein neues Drehbuch bzw. Filmprojekt und Sebastian erkennt durch Kat, dass er, nur weil er zu der Del Campo Familie gehört, nicht unbedingt auch Polo spielen muss. Dass es noch andere Berufe gibt, andere Interessen, denen er nachgehen kann und mit denen er glücklicher ist.
Die Charaktere von Kat und Sebastian waren mir im Gegensatz zu der Schauspielerin Liberty Smith sehr sympathisch.
Mit Liberty Smith bin ich jedoch von Anfang an nicht warm geworden. Das war vom Autor vielleicht auch so gedacht, da sie zum Ende hin ein Geständnis macht, welches von den Charakteren, und vermutlich auch vom Leser, Verständnis ihr gegenüber erzeugen sollte. Mich aber hat das alles ziemlich kalt gelassen. Zwar ergaben ihre Aktionen danach ein wenig Sinn, aber dennoch konnte sie bei mir keine Sympathiepunkte sammeln.

In dem Buch wird, wie man am Beispiel von Sebastian gut erkennen kann, das Thema der Selbstverwirklichung gut dargestellt. Das zu machen beziehungsweise dem Beruf nachzugehen, welcher zu einem passt und an dem man auch Freude hat. 
Außerdem greift das Buch die Frage nach dem Schicksal auf. Sowohl Kat als auch Sebastian beschäftigen sich beide mit der Frage, ob es so etwas wie Schicksal tatsächlich gibt. Ob sie vermutlich nur mit dem jeweils anderen glücklich werden könnten, oder ob es noch andere 'Optionen' gäbe..

"Euer abuelo und ich, wir kannten keine Angst", pflegte sie zu sagen. "Wir waren füreinander bestimmt, es war destino, Schicksal, und niemand kann sich dieser Macht in den Weg stellen."(Seite 169)

"Ich frage mich, ob es eine Art Vorherbestimmung gibt - einen Weg, der einem vorgezeichnet ist, dem man nicht entgehen kann."(...)"Manchmal mag es leicht sein, diesen Weg zu erkennen oder ihn zu finden. Doch nicht immer. Und dann muss man richtig danach suchen."(...)"Und wenn so etwas existiert, bedeutet das letztendlich, dass lediglich ein einziger Mensch für einen bestimmt ist, oder?"(Seite 172/173)


Fazit

Wie auch Band 1 hat mir dieses Buch sehr gefallen. Durch den einfachen und lockeren Schreibstil lässt sich die Geschichte sehr schnell lesen, zumal die Kapitel auch nicht zu lang sind. Die Charaktere aus Band 1 werden hier wieder mit aufgegriffen und mit in die Handlung einbezogen, wodurch alles schön stimmig wirkt.
Nur gibt es hier wieder mal 'auszusetzen', dass die Geschichte an sich wirklich nichts Neues ist und man ziemlich genau weiß was als nächstes passieren wird.


Donnerstag, 3. August 2017

Top Ten Thursday - 10 Bücher, die als letztes bei dir eingezogen sind (#6)



Es ist Donnerstag, das heißt mal wieder ein neuer Beitrag zum Top Ten Thursday. Heute sind es wieder mal keine 10 Bücher geworden, da ich eigentlich gerade versuche meinen SuB abzubauen (was auch sehr gut klappt), aber immerhin sind es 7 geworden..

         


         


1. Begin Again (Mona Kasten)
2. Throne of Glass - Die Erwählte (Sarah J. Maas)
3. Die Wellington Saga - Versuchung (Nacho Figueras)
4. Die Wellington Saga - Verführung (Nacho Figueras)
5. Scorched (Jennifer L. Armentrout)
6. The Score (Elle Kennedy)
7. Zerbrechlich (Jodi Picoult)

Welche Bücher durften bei euch einziehen ?
Schreibt mir euren Link gerne in die Kommis..

Liebste Grüße
Maja

Mittwoch, 2. August 2017

Rezension zu "Begin Again"Bd.1 von Mona Kasten

Autorin: Mona Kasten
Verlag: Lyx
Buchreihe: Again
Seitenanzahl: 484
Preis: 12,00€
ISBN: 978-3-7363-0247-1

Inhalt

er stellt die regeln auf -
sie bricht jede einzelne davon.

Noch einmal ganz von vorne beginnen - das ist Allie Harpers sehnlichster Wunsch, als sie für ihr Studium nach Woodshill zieht.
Dass sie ausgerechnet in einer WG mit einem überheblichen Bad Boy landet, passt ihr daher gar nicht in den Plan. Kaden White ist zwar unfassbar attraktiv - mit seinen Tattoos und seiner unverschämten Art aber so ziemlich der Letze, mit dem Allie sich eine Wohnung teilen möchte. Zumal er als allererstes eine Liste von Regeln aufstellt. Die wichtigste: Wir fangen niemals etwas miteinander an! Doch Allie merkt schnell, dass sich hinter Kadens Fassade viel mehr verbirgt als zunächst angenommen. Und je besser sie ihn kennenlernt, desto unmöglicher wird es ihr, das heftige Prickeln zwischen ihnen zu ignorieren ...
(Klappentext "Begin Again")

Meine Meinung

Mit dem Umzug nach Woodshill beginnt für Allie Harper ein neues Leben. Nicht nur dass sie zu Kaden White, einem sehr attraktiven - jedoch auch sehr launenhaftem Typen, in eine WG zieht, sondern auch, dass sie ihren Eltern aus Denver und dem Kontrollwahn entflieht ist für Allie neu und ein Grund sich zu freuen. Zusammen mit ihren neuen Freunden lernt Allie eine völlig neue Welt kennen und findet mit ihrer Unterstützung auch bald den Mut ihren Eltern gegenüber zu treten und ihnen ihre Meinung zu sagen. Sei es was ihre Erziehungsmethoden angeht oder die große Last, die Allie schon eine Weile mit sich herum trägt..
Doch nicht alles läuft so 'rund' wie ihre Familienangelegenheiten, denn da ist ja noch Kaden, der Allie einerseits helfen, ihr ein guter Freund sein möchte, sie aber andererseits immer wieder von sich stößt. Grund dafür ist ein Geheimnis, welches er schon jahrelang mit sich trägt, aber niemandem je anvertraut hat. Einzig seine Familie und Spencer, sein bester Freund, wissen welches Ereignis ihn so zu schaffen macht..


Die gesamte Geschichte ist aus der Sicht von Allie geschrieben, was einem als Leser zum einen die Gedanken und Gefühle von Allie näher bringt, zum anderen hat man keinen Zugang zu Kaden. Man kann schlecht einschätzen was er denkt und fühlt, oder durchgemacht hat, was die Geschichte spannender macht und den Leser auch immer wieder mit offenen Fragen zurück lässt.

Die Charaktere sind alle gut ausgearbeitet, jeder einzelne hat seine eigene persönliche Geschichte, die man als Leser gerne kennenlernen möchte. Auch die Nebencharakter Dawn und Spencer (wobei hierbei wohl eher nur Dawn) scheinen eine interessante Vergangenheit hinter sich zu haben, die immer mal kurz angesprochen wird. In Bezug auf diese Vergangenheit(en) bin ich schon sehr gespannt auf Band 2 der Reihe..

In dem Buch gibt es einen, wie ich finde, echt starken Vergleich zwischen der 'Mittelschicht und der 'höheren 'Gesellschaft'. Die Familien von Allie und Kaden bieten dafür das perfekte Beispiel.
Während Kaden relativ 'normal' aufgewachsen ist (lässt man sein Geheimnis hierbei mal außer Acht), mit einem Bruder und Eltern, die sich um ihn gekümmert haben, wuchs Allie in einer eher kalten und gestellten Familie auf.
Bei ihr ging es nie darum Spaß zu haben und sich wohl zu fühlen, zu sich zu stehen und das Leben zu genießen, sondern vielmehr darum die Familie in einem guten Licht dastehen zu lassen, sie gut zu repräsentieren und eine perfekte Tochter zu sein wie sie im Buche steht.
Wenn sie Probleme hatte, hat sie diese in sich reingefressen, da auf ihre Eltern, vor allem ihre Mutter, einfach kein Verlass ist.
Selbst die simpelsten Dinge wie Fast Food oder eine Lichterkette im Zimmer wurden ihr von der Mutter verwehrt, was in Allie nur noch mehr den Wunsch bestärkte es ihrer Mutter noch 'heimzuzahlen'. Auf ihren Vater konnte sie sich ebenfalls nicht verlassen, da dieser sich vielmehr um seine Arbeit zu sorgen und zu kümmern schien als um sein eigene Tochter.
Das macht wieder einmal deutlich wie wichtig die Beziehungen in einer Familie untereinander sind. Während es den einen praktisch in die Arme der Mutter treibt, sich freut, wenn er sie zu Gesicht bekommt, ist die andere heilfroh, wenn sie den Zwängen der Mutter entfliehen und eigenständig leben kann. 


Angesprochen wird in dem Buch auch das Thema des Missbrauchs beziehungsweise der Misshandlung, worüber ich persönlich bisher nie so richtig viele Bücher gelesen habe. Dennoch finde ich es schon wichtig, dass man sich mit dem Thema befasst und auseinandersetzt - so wie auch die Charaktere in der Geschichte..
*Spoiler* (zum Lesen einfach markieren)
Allie wurde zwar im klassischen Sinne nie missbraucht, musste sich jedoch mit einem bekannten der Eltern auseinandersetzen, der zudem noch einer der großzügigsten Spender der Firma von Allie's Vater ist. Äußerliche Schäden oder Spuren hinterließ diese Qual zwar nicht, aber seelische Spuren können genauso viel Schaden anrichten.
In ihrer Verzweiflung hat sich Allie ihrer Mutter anvertraut, die sich von Russell Anderson allerdings für ihr Schweigen bezahlen ließ. Sie ließ auch Allie nicht zur Polizei gehen, da ihr aufgrund fehlender Beweise niemand Glauben schenken würde..

"Sie sagte, mir würde niemand glauben - ich hatte keine blauen Flecke oder irgendetwas. Sie sagte, ich würde am Ende als Lügnerin dastehen. Als Lügnerin, die ihre gesamte Familie mit sich in den Abgrund gezogen hat." (Seite 329) 

..und den Schein zu wahren, die perfekte Familie zu sein und die Firma des Vaters nicht in den Ruin zu treiben sind für Allie's Mutter nun mal die wichtigsten Dinge.   
*Ende*
Das Beispiel im Buch zeigt mal wieder wie viel man erreichen kann,wie schnell man andere gefügig machen kann und wie viel Macht man eigentlich besitzt, wenn man nur die richtige Menge an Geld hat.
Was mir hier allerdings nicht so klar ist, ist, warum in Kaydens Fall er so abweisend gegenüber Allie ist. Die Sache hatte zwar mit ihm zu tun, aber ja eher nur indirekt..

Was ich an der Handlung sehr schön fand, war der Übergang, in dem Allie ihr altes Leben hinter sich ließ und einen Neuanfang wagte. Angefangen mit der neuen Umgebung, den neuen Freunden - und natürlich dem 'neuen' Namen, bis hin zum einräumen und dekorieren ihres neuen WG-Zimmers.
Zwar holt sie die Vergangenheit immer wieder ein und auch ihre Mutter lässt in Sachen 'Schein der Familie wahren' nicht locker, aber letztendlich schafft es Allie mit Hilfe ihrer neu gewonnenen Freunde ihr Leben in neue Bahnen zu lenken und ist zum ersten Mal richtig glücklich.

Fazit

Das Buch lässt sich durch die Thematik und den leichten und verständlichen Schreibstil schnell und einfach lesen, allerdings war die Geschichte jetzt auch nichts komplett Neues. Die gut ausgearbeiteten Charaktere bringen Schwung in die Geschichte und auch Freude am Lesen.